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  • Weihnachtsstadt Bad Homburg

Wo bin ich?

Aktualisiert: 11. Dez. 2023

Von William A. Bozkurt, 6. Klasse, accadis ISB


Vor langer Zeit wurde ein rot-weißer Turm in der Mitte eines Dorfes gebaut. Es war eine große Attraktion und viele aus anderen Städten reisten dorthin, um den Turm zu sehen…Bald wurde das Dorf zu einer Stadt: Bad Homburg.


Es war ein kalter, schneereicher Winter und Weihnachten war nur noch wenige Wochen entfernt. Der Turm stand hoch und sein Dach war schneebedeckt. Die Tür zum Schloss öffnete sich. Ein Mann kam rein. In seiner linker Hand hielt er ein Gewehr. Auf seinem Rücken trug er einen Köcher voller Pfeile mit Giftspitze und auf seiner Schulter lag ein Bogen. Dies war Wilhelm, der stärkste und schlauste Jäger weit und breit. Jedes Gespräch mit ihm war selbst für jeden König und jede Königin eine Ehre.


Nach ein oder zwei Minuten laufen, erreichte er eine riesige Tür, vor der sieben Wachen standen. Ein unheilvolles, dunkles Licht drang durch den Spalt zwischen Boden und Tür. Die Wachen traten zur Seite und enthüllten 13 rote Diamanten. Irgendetwas fühlte sich … komisch an. Er stieß die Tür auf. Es war düster drinnen. Wilhelm trat rein. Er schaute ein bisschen rum und fragte sich, warum der König ihn hierher rief. Er rief die Wächter, aber sie kamen nicht. Er rief noch einmal. Sie traten seltsam blass vor die Tür, alle sieben. Er wollte etwas sagen, aber bevor er ein einziges Wort sagen konnte, schloss sich die Tür.


Der Raum wurde hell in der Finsternis. Er sah ein paar rote Diamantenplatten über einer scheinbar endlosen Leere. Wilhelm rannte auf die geschlossene Tür zu. Die Platten hinter ihm fingen an, ins Leere zu fallen. Er erreichte die Tür und versuchte, sie zu öffnen. Er versuchte, sein Gewehr gegen die Tür zu schlagen. Sie rührte sich überhaupt nicht.


Die Platte, auf der er stand, wackelte ein bisschen. Es begann zu knacken. Kleine Splitter fielen ab, ein Splitter größer als der andere. Die Platte bewegte sich von der Tür weg. Er versuchte, sich festzuhalten, aber er konnte es nicht. Die Reste der roten Diamantenplatte fielen langsam auseinander.

Ein übergroßer Pilz. Ein kleinerer. Ein dritter, aber kleiner. Schließlich ein Normaler, der von Wilhelms Gewicht zerdrückt wurde. Benommen stand er auf. Aus dem Augenwinkel sah er etwas umherschlurfen. Er ging zu der Stelle hinüber, das Gewehr im Anschlag.


Unter einem großen Blatt stand ein kleines blühendes Wesen. Er sah, wie einige Tränen, die wie Rosenwasser aussahen, von seinem Gesicht fielen. Es sah zu Wilhelm auf. Als es die Waffen sah, erhellte sich sein Gesicht.

"Da bist du ja endlich", sagte es. "Die Blumen sprechen die Wahrheit."

"Wer... wer bist du?" fragte Wilhelm.

"Ach ja, entschuldige bitte. Ich bin Caelia, die große Druidin der Blüten."

"Caelia. Eine Beu-", doch bevor er zu Ende sprechen konnte, unterbrach ihn Caelia.

"Und du bist Wilhelm, der größte Jäger von der Oberen."

"Der Oberen?"

"Ja, deines Reiches."

"Also diese Tür. Die mit den Diamanten. Die roten Diamanten. War es ein Portal?"

"Rote Diamanten? Oh nein, das ist nicht gut."

"Was ist es?"

"Jahrelang lebte das Königreich Bormugh, mein Reich, in Frieden, bis eine Quelle der Dunkelheit erschien. Eine schreckliche Kreatur, geboren aus der Dunkelheit, begann das Land zu durchstreifen. Wir nennen es 'Wraith'. Wenn die Diamanten befleckt wurden, kann es sich ausbreiten und eure ganze Welt wird den Wraith zum Opfer fallen. Wie viele Diamanten waren an der Tür?"

"13"

"Wir müssen das jetzt aufhalten. Wir müssen kämpfen."

Und damit rannten die beiden so schnell sie konnten zu einem hoch aufragenden Schloss. Sie überprüften die Tore, und überraschenderweise gab es Wachen. Caelia ließ flüsternde Lilien aus dem Boden wachsen, die die Wachen in Schlaf versetzten.

Schließlich erreichten sie eine leere Kammer. Hinter ihnen hörten sie rasselndes Atmen. Caelia machte die Quelle des Geräuschs ausfindig und Wilhelm schoss mit seinem Gewehr. Dann nahm er einen Pfeil, sprang auf die Ranken und stach auf alles ein, was sich darin verfangen hatte. Doch da war nichts. Plötzlich schleuderte ihn etwas gegen die Wand. Dann hörte er ein tiefes Kreischen und das Geräusch von knirschenden Blättern. Als er aufstand, sah er Caelia über einem Schädel stehen, der sich in dornigen Ranken verfangen hatte.


"Der Wraith ist besiegt", sagte sie. "Jetzt sind unsere Reiche sicher." Die Quelle schließt sich. Hier trennen wir uns. Lebe wohl, Wilhelm."

"Nein! Caelia! Bitte, verlass mich nicht!" Wilhelm schrie auf.

Und in diesem Moment wurde alles weiß.

Er lag auf dem Boden des Zimmers, das er zuvor betreten hatte. Es war anders. Auf eine gute Art. Er stand auf und verließ den Raum. Die roten Diamanten waren kristallklar geworden, und es waren nur noch sieben statt 13. Draußen schneite es.


Eine Schneeflocke fiel auf seine Handfläche. Sie sah aus wie eine Lilie. Er erinnerte sich an Caelia, die große Druidin der Blüten. Im Königreich von Bormugh schneite es auch. Eine ähnliche Schneeflocke fiel auf Caelias Hand. Sie wussten, was sie dachten. Sie würden sich aneinander erinnern. Jahrelang. In ihren gemütlichen Behausungen würden sie die Erinnerungen gemeinsam und doch getrennt durchleben.


Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage…



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