• Weihnachtsstadt Bad Homburg

Ein Rentier rettet Weihnachten

von Marie-Sophie Wagner



Benni war ein besonderes Rentier, denn sein größter Wunsch war es, den Schlitten des Weihnachtsmanns zu ziehen. Eines Tages rannte Benni extra schnell. „Mama, Mama“, sprach Benni aufgeregt, „Uh, mein Freund die Eule ist heute aus dem Norden zurückgekommen und hat mir erzählt, dass der Weihnachtsmann dringend Hilfe von einem kleinen und wendigen Rentier -so wie mich- braucht. Es scheint ein Notfall zu sein! Bitte, bitte, Mama. Uh hat mich schon vorgeschlagen“. Daraufhin fragte Benni‘s Mutter zaghaft: „Ach mein Kleiner...lass mich bitte eine Nacht darüber nachdenken, okay?“ „Das ist ja das Problem, ich muss morgen mit dem Sonnenaufgang in der Welt der Wichtel, der Zwerge und der fliegenden Tiere aus unserer Art ankommen, bitte, bitte!“ „Findest du das nicht ein bisschen plötzlich?“ „Nein“, antwortete Benni traurig und er verkniff sich bitterlich zu weinen. „Aber nur, wenn du mir keine Dummheiten anstellst“, kam leise aus der Rentierdame heraus. „Du bist die Beste!“, rief Benni vor Freude. Die beiden packten Benni‘s sieben Sachen. Im Anschluss kam noch Uh, um das kleine Rentier zu begleiten und ihm den Weg zu weisen. Sie machten sich auf und gingen immer in Richtung der untergehenden Sonne. Am nächsten Morgen standen beide vor dem verschlossenen Tor der Weihnachtswelt.


Nach einiger Zeit erklang eine leise und wunderschöne Melodie. Dann stand der Weihnachtsmann höchst persönlich vor den beiden Tieren. „Hallo ihr beiden, wie ich sehe, Uh, hast du Verstärkung mitgebracht.“ „Ja“, meinte Uh „aber Benni, mein Freund hier, kann nicht durch die Torflügel eintreten. Er kann schließlich nicht fliegen.“ „Und ob er das kann“, entgegnete der Weihnachtmann. Er holte eine kleine Schatulle aus seinem plüschigen Mantel und streute etwas von dem Inhalt auf Benni. Als er auf den Weihnachtsmann zugehen wollte, hob das kleine Rentier ab. Und dann hoben nach ihm auch sein treuer Gefährte und der etwas rundliche, sympathische Mann ab. „Herr...Herr Weihnachtsmann, wie ist das möglich?“ „Nun ja, jeder meiner Rentiere war einmal ein normales Rentier und mit ein bisschen Magie kann man halt fliegen. Du wirst dich bald daran gewöhnen. Ach, und nenn mich doch Santa, okay?“ „Ja, gerne, Santa“. Santa lächelte, aber auf einmal verschwand das Lächeln aus seinem Gesicht. Da fiel Benni wieder ein, aus welchem Grund er hier war. „Santa, Uh meinte, dass es ein Problem gibt, welches ist es denn?“ „Nun ja...also es ist... es gibt ein kleines Städtchen und es trägt den Namen Bad Homburg. Dort wurde begonnen, ein Turm zu bauen, aber es sitzen nicht alle Steine perfekt und er ist noch nicht verputzt. Dass der Turm fertig würde, wäre das größte Geschenk, das je in dieser Welt gesehen wurde und auch für die Bad Homburger sehr wichtig. Um alles fertig zu machen, bräuchten wir aber ein weiteres Rentier. Wenn wir in zwei Stunden losfahren, wären wir am nächsten Morgen da. Wir würden es dann schaffen, den Turm bis Weihnachten fertig zu bekommen.“ „Na dann, nichts wie los!“, riefen die beiden Freunde wie aus einem Mund. Nun flogen Wichtel und Zwerge mit Santa hinten auf dem Schlitten. Benni‘s Wunsch ging in Erfüllung, denn er flog mit den anderen Rentieren und Uh vor dem Schlitten her.

Als sie am nächsten Tag in Bad Homburg waren, sah man schon den Turm oder viel mehr das Gerüst, das um den Turm gebaut wurde. „Also, ihr Lieben“, konnte man die Stimme des Weihnachtsmanns hören, „dann lasst uns anfangen, bis die Menschen kommen. Wir schaffen das.“ Die Rentiere flogen die schweren Steine nach oben, die von den Wichteln und Zwergen angenommen und verbaut wurden. „Wir sollten auch einmal eine Pause einlegen“ ertönte wieder Santas Stimme, aber da schlief Benni schon. Als er wieder erwachte waren die Zwerge und Wichtel schon fast fertig mit Verputzen. Als Benni dann noch mithalf, waren sie schnell fertig. „Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein. Morgen ist Weihnachten, deshalb sollten wir zurück. Alle startklar machen bitte, gleich ist Abflug.“


Auf dem Rückflug lag Benni auf dem Schlitten und schief wieder ein. Plötzlich wachte er auf und als er sich umsah, sah er seine Mutter neben ihm sitzen. Er schnupperte einmal und es roch gut nach Kräuterspekulatius. Dann erinnerte er sich, was er mit Uh und dem Weihnachtsmann erlebt hatte. „Ich kann ja gar nicht bei Santa gewesen sein, ich bin ja zuhause.“ Auf dem Tisch lag ein Brief, der an ihn gerichtet war. Er war von Santa, in diesem Brief bedankte er sich herzlich. „Das wird ein großartiges Weihnachten, bestimmt auch für alle Bad Homburger“, dachte sich das Rentier, denn der sehnlichste Wunsch wurde erfüllt.

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