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  • Weihnachtsstadt Bad Homburg

Der kleine Kobold

Aktualisiert: 11. Dez. 2023

von Daniel Perel, Klasse 7n, Kaiserin-Friedrich-Gymnasium


Es war einmal ein kleiner Kobold. Er lebte am Rand der Bad Homburger Altstadt in einem kleinen Hause und verstand nicht, warum alle sich so auf Weihnachten freuten, denn er selbst mochte es nicht. Deshalb saß er in der Weihnachtszeit und auch an Weihnachten oft alleine Zuhause und las in Ruhe ein Buch.

Der kleine Kobold - Illustration von Doro Kaiser
Der kleine Kobold - Illustration von Doro Kaiser

Doch dieses Weihnachten war es anders. Er schaute aus dem Fenster auf die hellen Lichter des Bad Homburger Weihnachtsmarktes und fragte sich, warum sich alle so auf Weihnachten freuten. Je länger er darüber nachdachte, desto mehr wollte er es wissen. Er dachte, es sei nicht zu spät, um das herauszufinden und da er sonst nichts zu tun hatte, schnappte er sich seinen dicken Wintermantel, nahm ein paar warme Stiefel und stampfte los in Richtung Weihnachtsmarkt, denn dort wollte er nämlich mit seiner Suche auf die Antwort beginnen.


Als er beim Weihnachtsmarkt ankam, schlenderte als erstes ein bisschen herum. Nachdem er sich ein wenig umgeschaut hatte, bemerkte er, dass die Tür zum weißen Turm offen war. Als er sich neugierig der Tür näherte, vernahm er ein leises, trauriges Schluchzen aus dem Inneren des Turmes. Der Kobold stellte kurz sicher, dass niemand in seine Richtung schaute und schlüpfte durch die Tür hinein in den weißen Turm. Er folgte dem Schluchzen eine hohe Wendeltreppe hinauf und gelang in einen gemütlichen, warmen Raum mit einem Kamin und einem wunderschönen Weihnachtsbaum.

Vor dem Kamin war ein Sessel, in dem ein kleines Koboldmädchen mit gesenktem Kopf weinte. Als sie ihn erblickte, hörte sie für einen kurzen Moment auf zu weinen, was der Kobold ausnutzte und sie fragte, weshalb sie so traurig sei. Sie sagte ihm, dass niemand ihr etwas geschenkt hatte.

Er wollte wissen, wieso es ihr so wichtig war, dass ihr jemand was schenkte. „Mir hat noch nie jemand was geschenkt und ich bin auch nicht traurig“, sagte er ihr, woraufhin sie ihn verwundert anschaute. „Dir hat noch nie jemand was geschenkt?“, fragte sie ihn mit einer sehr überraschten Stimme. „Nein, noch nie“, antwortete er dem Mädchen auf ihre Frage. Sie schaute ihn noch verwunderter an, als zuvor. „Es ist so ein schönes Gefühl, wenn man etwas geschenkt bekommt“, meinte sie, „aber es ist nach schöner, wenn man jemand anderem etwas schenkt. Dann freut derjenige sich so, dass es mich freut ihn anzuschauen.“

Der Kobold dachte nicht lange nach, sagte, er sei gleich zurück und rannte die Treppe herunter, um ein Geschenk für das kleine Koboldmädchen zu besorgen, damit er herausfinden konnte, wie es sich anfühlt, jemandem etwas zu schenken. Vielleicht war das ja die Antwort auf seine Frage. Er lief schnellen Schrittes aus der Tür zu einem kleinen Puppenstand, den er auf dem Weihnachtsmarkt gesehen hatte und schaute sich die Puppen an. Der Kobold sah viele verschiedene Puppen, weshalb ihm die Wahl schwerfiel, doch schlussendlich entschied er sich für eine kleine Koboldpuppe. Er nahm sie unter seinen Mantel und ging wieder zu dem Koboldmädchen.

Sie saß immer noch auf dem Sessel und als sie ihn erblickte, fragte sie ihn, wo er war. „Ich habe hier was für dich“, sagte er stolz. Er holte die kleine Puppe hervor und gab sie dem Mädchen. Sie schaute ihn an und weinte los, aber diesmal nicht vor Trauer, sondern vor Freude. Sie sprang auf und drückte ihn einmal ganz fest. Der Kobold spürte ein Gefühl der Wohligkeit durch seinen Körper laufen. Er ging noch mit dem kleinen Mädchen auf den Weihnachtsmarkt spazieren, bis sich das kleine Koboldmädchen ein letztes Mal bedankte und beide nach Hause gingen.

Das war das schönste Weihnachten, dass er jemals erlebt hatte. Von dem Tag an, traf sich der Kobold jedes Weihnachten mit dem kleinen Mädchen, um zusammen das Fest zu feiern, denn jetzt wusste er, wie toll Weihnachten war und er freute sich jedes Jahr darauf.

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