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  • Weihnachtsstadt Bad Homburg

Der einzige Wunsch

Aktualisiert: 11. Dez. 2023

Von Liana Fokou, 5e, Kaiserin Friedrich Gymnasium


Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, ein Mädchen namens Adelheid. Adelheid war eine Prinzessin und lebte mit ihren Eltern Königin Elisabeth und König Hans im Schloss Bad Homburg. Adelheid hatte zwar alles, wovon man träumt, war aber trotzdem nicht glücklich, denn ihre Eltern ließen sie kaum aus dem Schloss und sie hatte keine Freunde. Ihr einziger Wunsch war es, einmal die Stadt zu sehen und Freunde zu finden. Eines Abends (es war der Abend vor Heiligabend) saß Adelheid auf ihrer Fensterbank und dachte nach: „Wie schön es doch wäre eine Freundin zu haben und mit ihr durch das schöne schneeweiße Bad Homburg zu laufen oder auf den Weihnachtsmarkt zu gehen.“ Traurig schaute sie aus dem Fenster. Da kam ihr eine Idee: „Was ist, wenn ich abhaue und mir mal richtig die Stadt anschaue, wenn auch nur für eine Nacht?“ Aber das konnte sie nicht machen oder etwa doch? Entschlossen ging sie nach unten in die Schlossküche und fragte den Koch: „Können Sie mir bitte einen Korb mit Essen packen? Ich habe noch einen ziemlichen Hunger.“ In Wirklichkeit hatte Adelheid natürlich keinen Hunger, sondern wollte Proviant für ihren Ausflug haben. „Aber natürlich, Eure Hoheit“, antwortete der Koch, „ich bringe ihn dann gleich auf Ihr Zimmer“. „Danke“, erwiderte Adelheid. Anschließend ging sie weiter durch das Schloss und machte sich auf die Suche nach dem längsten und stabilsten Seil, das sie finden konnte. Als sie auch dies gefunden hatte, ging sie wieder in ihr Zimmer, wo der Korb mit dem Proviant bereits wartete. Sie ging zu ihrem Schrank und suchte sich die wärmste Kleidung, die sie hatte und zog sie an. Sie band das Seil fest und an die andere Seite des Seils band sie den Korb mit dem Proviant. Sie rief durch das Schloss: „Gute Nacht allerseits, bitte stört mich nicht mehr!“ Sie stopfte ein paar Kissen unter das Bett, damit es so aussah, als würde sie im Bett liegen und schlafen. Außerdem nahm sie noch ein bisschen Geld und eine warme Decke mit und packte sie in den Korb. Adelheid ließ das Seil nach unten und kletterte daran herunter. So leise wie eine Maus schlich sie aus dem Schlossgarten und öffnete das Tor so leise wie nur möglich. „Wie konnten meine Eltern mir das nur so lange verbieten?“, fragte sich Adelheid. Sie lief zur Brunnenallee und trank aus zwei Brunnen. Sie trank aus dem Auguste Victoria Brunnen und dem Elisabethenbrunnen, wo sie lachen musste, weil der Brunnen ihrer Mutter gewidmet war. Als sie weiterlief, traf sie auf ein Mädchen, das kaputte Kleidung an hatte und auf einem Tuch auf dem Boden saß. Sie ging auf sie zu und sagte zu ihr: „Hallo, ich bin Adelheid und du?“ „Ich bin Alma“, meinte sie schüchtern. „Wieso sitzt du hier auf der Straße?“, fragte sie Alma. „Nun ja, ich habe kein Zuhause und mir ist kalt und ich habe Hunger“, antwortete Alma. Ohne zu zögern, gab Adelheid ihr die Decke, die sie dabei hatte und etwas von ihrem Essen ab. Alma bedankte sich und verschlang das Essen förmlich. Zusammen liefen sie weiter durch die Bad Homburger Stadtmitte, die mit Schnee bedeckt und mit den Lichtern einfach traumhaft aussah. „Ich weiß nicht, wo ich jetzt hin soll“, sagte Alma besorgt. „Wie wäre es denn, wenn du erstmal mit zu mir kommst?“, schlug Adelheid vor. Sie liefen zurück zum Schloss, weckten Adelheids Eltern und sie waren einverstanden, dass Alma vorerst im Schloss wohnt. Im Bett dachte sich Adelheid: „Es ist schön kurz vor Weihnachten jemandem etwas Gutes zu tun und wenn der einzige Wunsch, den man hat, in Erfüllung geht“.


Ende





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