von Erika Roeder Vicente


Es war einmal eine Prinzessin namens Lucie, die hoch oben in einem prächtigen Schloss auf einem Berg lebte und von ihrem Zimmer auf ganz Bad Homburg gucken konnte. Immer, wenn sie abends nicht einschlafen konnte, setzte sie sich, in dicke Decken eingemummelt, mit einer heißen Tasse Kakao in ihrem Erker auf die große Fensterbank und blickte durch ihre großen Fenster auf den prächtigen Weißen Turm. Wie gerne würde Lucie ihn mal besteigen! Doch ihre Eltern hatten es ihr strengstens verboten. Lucie gab aber nicht so schnell auf, nicht bevor sie wusste, warum ihre Eltern es ihr verboten hatten! Einmal hatte sie gehört, wie die zwei Wächter am Tor des Schlosses über ihre größten Wünsche gesprochen hatten und dass sie in Erfüllung gehen konnten, wenn man eine Sternschnuppe sah und sich dann seinen Wunsch herbei sehnte. Natürlich durfte man seinen Wunsch dann niemandem verraten. Doch leider sah man die Sterne von Lucies Zimmer nicht so gut. Am Abend des dritten Adventes veranstalteten Lucies Eltern einen großen Ball, auf dem fast die ganze Stadt eingeladen war. „Das ist meine Chance!“, dachte Lucie. Als der Ball in vollem Gange war, schlich sich Lucie vorsichtig, auf leisen Sohlen, aus ihrem Zimmer in den Flur. Die Luft war rein! Als sie unten war, machte sie die Tür des Ballsaals einen kleinen Spalt auf. Ihre Eltern waren gerade damit beschäftigt, den Walzer anzukündigen. Jetzt musste sie nur noch an den zwei Wächtern am Tor vorbei, aber das war ein Klacks für sie! Auf dem Vorplatz des Schlosses angekommen, nahm sie einen Stein und warf ihn in hohem Bogen über die Mauer. Auf der anderen Seite fiel der Stein mit einem lauten „Rums!“ in den eisigen Schnee. Schnell eilten die Wächter zu der Stelle, sodass Lucie unbemerkt ins Freie schlüpfen konnte. Endlich würde ihr Traum in Erfüllung gehen und vielleicht würde sie ja erfahren, warum es ihre Eltern verboten hatten. Mit dem Schlitten, den sie noch im Keller gefunden hatte, war sie in Höchstgeschwindigkeit unten in der Stadt. Von Nahem sah alles viel schöner aus als von ihrem Zimmer. Als Lucie am Weißen Turm ankam, kribbelten ihr die Hände. Vorsichtig drückte sie die Türklinke herunter, sie quietschte, hoffentlich hatte das keiner gehört! Nach ein paar Sekunden schlich sie hinein und schloss vorsichtig die Tür hinter sich. Es war stockdunkel. Zum Glück hatte Lucie eine Taschenlampe eingesteckt! Oben angekommen, atmete sie einmal tief ein und aus. Plötzlich nahm sie am Himmel ein Blitzen wahr! Da war eine Sternschnuppe. Schnell kniff Lucie die Augen zusammen und wünschte sich, zu wissen, was ihre Familie für ein Geheimnis hatte. Sie war sich sicher, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen würde. Das spürte sie tief im Inneren ihres Herzens.


Als sie die Augen wieder öffnete, saß vor ihr eine hübsche, weiße Eule. Vor lauter Schreck fiel sie fast rückwärts in die Tiefe hinab. Gerade noch konnte sie das Gleichgewicht halten! Die Eule rief leise und flog dann nach unten. „He, warte!“, rief Lucie und rannte in Rekordzeit die Treppen herunter. Unten saß die Eule auf dem Geländer und wartete auf sie. Plötzlich schrie sie viermal und wurde fünffach so groß wie Lucie. Ihr blieb die Spucke weg. Als wieder Leben in Lucie kam, bemerkte sie, dass die Eule sie aufforderte, auf ihren Rücken zu steigen. Vorsichtig hielt sie sich an den weichen Federn fest und zog sich dann herauf. Die Eule nahm Anlauf, flog einmal um den Weißen Turm herum und dann hoch in den Himmel. Es war wunderschön, das schönste Gefühl das Lucie je gehabt hatte. Ihre goldblonden Haare zerzausten im Flugwind und sie fühlte sich frei! Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Lucie hielt sich an den weichen Federn fest und kuschelte sich in sie hinein. Sie waren nun so hoch wie die Wolken und das Schloss sah von hier oben wie ein Puppenhaus aus! Nach zehn Minuten verlangsamte die Eule ihr Tempo und flog ein bisschen tiefer. Sie waren an einem kleinen, düsteren Wald angekommen und landeten nun auf einer Lichtung. Wohin wollte die Eule sie hinführen? Sie wurde nach viermaligem Schreien wieder klein und lief voraus. Da war eine kleine Hütte! Vorsichtig schlichen sie an das Fenster, das neben der Tür war, und lugten herein. Es war ein kleiner Raum, in dem ein kleines Sofa, ein kleiner Tisch mit einem Stuhl und ein Regal standen. In der Mitte des Raumes saß eine junge, hübsche Frau auf dem Boden und rührte in einem großen Topf herum. In dem Topf, in dem sie rührte, schwamm eine dickflüssige, grüne Flüssigkeit. Die Eule lief einmal um das Haus herum und blieb vor einer Tür stehen. Lucie überlegte nicht lange und drückte die Türklinke vorsichtig herunter. Anscheinend befand sich hier die Küche dieser merkwürdigen Dame. Leise schlich Lucie herein und stand nun ratlos da. Plötzlich stand die Eule wieder vor ihr und Lucie erschrak so, dass sie gegen das Regal hinter ihr kam. Doch das schützte sie nicht vor ihrem Sturz, sondern öffnete sich nach innen. Zum Glück hatte es keinen lauten Aufprall gegeben, sonst stände diese Dame jetzt vor ihr. Lucie stand jetzt vor lauter kleinen Fläschchen mit irgendeiner Flüssigkeit darin. Sie war sprachlos! Diese Dame war eine Hexe und das hier war ihr geheimer Raum, in dem sie ihre Zaubermittel lagerten. Womöglich hatte das hier auch etwas mit ihrem Familiengeheimnis zu tun und diese merkwürdige Eule auch! Plötzlich fiel ihr ein Etikett in das Auge, auf dem stand: „Mensch in Eule = jung Trank“ darauf. Sie wusste nicht, was das zu bedeuten hatte, aber schnell ließ sie das Fläschchen in ihrer Tasche verschwinden. Plötzlich hörte sie eine raue Stimme sagen: „Was machst du in meinem Haus, du freches Mädelein?“ Wie angewurzelt blieb Lucie stehen und hoffte, dass alles hier nur ein Albtraum war. Das war es aber leider nicht. Wie automatisch fingen ihre Beine an zu rennen, nur weg von hier, schnell! Als sie wieder an der Lichtung ankam, stand die Eule wieder neben ihr. Erschöpft setzte sie sich in den Schnee und starrte vor sich hin. Was sollte sie jetzt machen? Unsicher näherte sich die Eule und stieß dann mit ihrem Flügel die Tasche um, das Fläschchen fiel heraus und das Glas brach, sodass die Eule den Schnabel in die Flüssigkeit steckte und einen Schluck davon trank. Plötzlich fing es um die Eule an zu glitzern und sie verwandelte sich in eine Kopie von Lucie! Lucie starrte sie an und fragte stotternd: „Wer bist du?“ Die Kopie von Lucie antwortete mit Tränen in den Augen: „Ich bin deine Schwester, Lucie. Deine Zwillingsschwester.“ Sie fielen sich in die Arme und fingen vor Glück an zu weinen. Lotte, so hieß Lucies Zwillingsschwester, hatte das Geheimnis ihrer Familie gelüftet! Lotte sagte: „Diese Hexe hat mich verzaubert, sie hat mich als Opfer genommen, damit sie wieder jung wird und noch weiterleben kann. Eigentlich müsste sie jetzt zu Staub zerfallen sein, weil du den Zauber gebrochen hast. Danke! Als sie mich verzaubert hat, habe ich gesehen, dass sie einen Hexenbesen hat. Wollen wir den holen und damit zum Schloss fliegen?“ Ohne eine Antwort zu erwarten, rannte sie los. Als Lucie auch am Hexenhaus ankam, saß Lotte schon auf dem Besen und wartete. Sie nahmen Anlauf und flogen über die Bäume hinweg ins Schloss. Lucie hatte das Familiengeheimnis herausgefunden und ihre Schwester wieder! Sie war einer der glücklichsten Menschen auf der ganzen Welt! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!

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von Erik Cepa und Christoph Kind


Es war einmal eine Stadt namens Bad Homburg. Es herrschte schöner Frieden. Doch eines Tages griff der schwarze Ritter mit seiner grauenhaften Armee an. Sie kämpften bis zum Tod. Damals regierte Kaiser Friedrich. Der Kaiser kämpfte viele Jahre gegen ihn. Doch am 31. September starb der alte Kaiser und sein Sohn Wilhelm wurde der neue Kaiser. Er mobilisierte seine Armeen mit Schwertern, Äxten, Wachtürmen, Schildern, Armbrüsten, Pfeilen, Bögen und Speeren. Er machte die Burg sicher und bereitete sich für den Kampf vor. Er wollte angreifen, aber er ahnte nicht, dass es schwerer wird als er und alle anderen gedacht hatten.


Es war ein riesiger Aufstand, der den schwarzen Ritter besiegen sollte. Also zogen sie in den Krieg. Doch als sie zurückkamen, klagten sie: ,,Diese Blödmänner, sie haben uns richtig platt gemacht.” ,,Männer, wir werden trotz aller Kosten unsere Stadt beschützen!”, rief Wilhelm ermutigend. Plötzlich kam in der Nacht die Armee des Schwarzen Ritters. Die Armee von Wilhelm zog sich schnell in das Bad Homburger Schloss zurück. Zum Glück konnten sie noch die Bewohner in Sicherheit bringen. Die Kinder fanden das Sauerkraut, das es in der Burg zum Essen gab eklig und warfen es auf die Soldaten des Schwarzen Ritters und riefen mit Gelächter: ,,Hi hi, das macht uns Spaß, denn ihr seid die, die essen Gras!” Die Mütter erklärten den Kindern: ,,Kinder, ihr müsst auch zu den Feinden immer nett sein!” Ich lade dich nicht zu meiner Geburtstagsfeier ein!”, meckerte ein Kind störrisch. Nach einer Weile wurde den Schwarzen Rittern langweilig und sie fingen an, das Tor mit Gewalt zu öffnen.


Doch plötzlich, als alles verloren schien, kam eine Sternschnuppe und der Prinz wünschte sich etwas. In diesem Moment brach das Tor auf und die Kinder schossen ohne Gnade auf die Ritter als Ablenkung mit Sauerkraut. Der Kampf ging um Leben und Tod. Sie kämpften gnadenlos gegen- einander. Es war ein großes Chaos! Wilhelm kämpfte mutig. Überall lagen Rüstungen, Schwerter und Messer. Alle lagen schließlich auf dem Boden. Der Schwarze Ritter schien zu gewinnen, aber auf einmal schnappte sich Wilhelm eine Axt und rappelte sich auf. Er stürzte sich mit ein paar Schritten auf den Schwarzen Ritter und holte weit aus. Der Schwarze Ritter hatte große Angst. Wilhelm nahm die Axt und schlug auf ihn ein, bis die Axt zerbrach. In dieser Sekunde flog ein Sauerkrautball durch die Luft und der Schwarze Ritter starb. Der Sauerkrautball hatte ihn getroffen. Es geschah an dem 31. Oktober.

In dem Moment, als der Schwarze Ritter starb, regnete es nur Süßigkeiten und Halloween-Kürbisse schwebten in der Luft. Der große Wunsch des Prinzen war: ,,Ich riskiere mein Leben für das Volk, so wie mein Vater.“ Manchmal hört man auch ein leises Rufen im Kurpark: ,,Aaaaaaaaahhhhhh!“

Also wissen wir jetzt, wie der Spruch ,,Süßes sonst gibt es Saures!“ (Saures =Sauerkraut)

entstand. Und so begann Halloween.

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von Emily Mustapic und Emily Vennemann


Es war einmal vor gar nicht langer Zeit ein Mädchen mit dem wundervollen Namen Emily. Sie hatte wunderschönes, langes, braunes Haar und lebte zusammen mit ihrem Bruder und den Eltern in der Nähe des Bad Homburger Kurparks. Von ihrem Haus aus konnte sie den Weißen Turm sehen. „Ob es in diesem Jahr weiße Weihnachten gibt?“, grübelte Emily hoffnungsvoll. Mit Schrecken fiel ihr ein, dass sie noch gar keine Geschenke besorgt hatte. Und morgen war Weihnachten! Schnell griff sie ihr Rad und fuhr los. Gedankenverloren bemerkte sie gar nicht, dass sie die falsche Richtung einschlug und sich plötzlich mitten im Hardtwald wiederfand. Plötzlich vernahm sie ein Rascheln. Es hörte sich wie ein.... Sie konnte den Gedanken nicht zu Ende denken, denn auf einmal stand eine alte Frau vor ihr. Sie trug ein rotes Gewand, einen kleinen, spitzen Hut und hatte grüne, stechende Augen sowie ein kaltes Lachen. Und als ob das nicht genug wäre, kam jetzt auch noch eine winzige Fee aus dem Gebüsch, die Emily ein wenig an Tinkerbell erinnerte. Die Hexe raunte: „Folge mir!“ Dabei leuchteten ihre Augen, so als wolle sie Emily hypnotisieren.

Die Fee, die sich auf Emilys Schulter niedergelassen hatte, flüsterte ihr zu: „Hör nicht auf sie!“ Emily war starr vor Schreck, sie wusste nicht, was sie tun sollte. „Folge mir! Heute werde ich zur mächtigsten Hexe des Universums dank deiner positiven Ener...“ Weiter kam die Alte nicht, denn auf einmal stieß die kleine Fee einen gellenden Schrei aus, so dass sich die Hexe vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Das Mädchen erwachte aus ihrer Starre, nutzte die Gelegenheit und rannte so schnell sie konnte aus dem Wald heraus.


Wie erleichtert war Emily, als sie die Lichter Bad Homburgs sah. Ihr war auch nicht mehr kalt. Sie lief beinahe ruhig nach Hause und die Fee saß immer noch auf ihrer Schulter. Jetzt erst fiel Emily ein, dass sie den Namen der Fee noch gar nicht kannte. Sie fragte sie: „Wie heißt Du eigentlich?“ Die Fee antwortete: „Ich bin Rosetta. Lass mich hier ab, ich finde schon den Weg zurück.“ Emily verabschiedete sich und lief etwas traurig nach Hause.

Als sie am nächsten Morgen erwachte, war endlich Weihnachten und Emily war ziemlich aufgeregt. Sie wünschte sich einen neuen Computer. Ach ja, und weiße Weihnachten natürlich! Als der Weihnachtsgottesdienst zu Ende war, lief die gesamte Familie nach Hause. Nun war es soweit, die Bescherung konnte starten. Es waren so viele Geschenke, die sie eins nach dem anderen auspackte. Da sah sie, etwas versteckt, noch eine kleine lila Kiste, auf der stand: „Für Emily von Rosetta.“ Ohne zu zögern packte sie die Box aus und entdeckte einen orangefarbenen Zettel: „Schaue aus dem Fenster, GLG Rosetta.“

Sie tat, was auf dem Zettel stand und tatsächlich: Es war wie ein Wunder, das Weihnachtswunder! Es schneite dicke Flocken. Der erste Schnee seit Jahren! Überglücklich rannte sie hinaus, um mit ihrem Bruder einen Schneemann zu bauen. Beinahe hätte sie das helle Funkeln und ein leises Kichern gar nicht bemerkt.

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