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Die Geschichte vom Weißen Turm

von Konstantin Drießel



Es war einmal ein kleines Mädchen namens Alina. Sie war 8 Jahre alt und ging in die 2. Klasse. Die Eltern von Alina waren sehr nett zu ihr und hatten sie sehr lieb. Sie ließen sie sogar mit ihren Freunden allein in der Stadt spazieren gehen. So kam es, dass sie häufig mit ihrer großen Freundin Sofia im Schlosspark um das Wahrzeichen Bad Homburgs, den Weißen Turm, spazierte.


Eines Tages ging sie wieder mit Sofia im Schlosspark spazieren. Als sie am Weißem Turm vorbeikamen, fragte sie Sofia: „Wie sieht es denn im Weißem Turm von innen aus?“ „Ich weiß es nicht. Ich war bisher noch nie drin“, antwortete Sofia. „Vielleicht sollten wir einmal nachschauen.“

Sie suchten im Turm eine Tür, doch sie fanden keine. Da sagte Alina traurig: „Schade, ich wünschte es wäre eine Tür da!“ Und plötzlich öffnete sich wie von Geisterhand eine Tür in der Wand. Die zwei Mädchen schrien erschrocken auf und rannten hinter einen Baum. Als jedoch nichts weiter geschah, schauten sie neugierig hervor. „Lass uns nachschauen, was dort ist!“ sagte Alina. Die beiden Mädchen liefen vorsichtig zur Tür und hinein in die Dunkelheit. Auf einmal blitzten viele kleine weiße Punkte auf und kleine Wesen flogen um die beiden Mädchen herum. „Schau mal, wie schön die Schmetterlinge sind“, sagte Sofia. „Das sind keine Schmetterlinge, das sind Feen“, sagte Alina. „Feen gibt es doch gar nicht“, erwiderte Sofia, „das sind doch nur Geschichten für kleine Mädchen.“

„Natürlich gibt es uns“, sagte mit einmal der größte und schönste Schmetterling, „allerdings können uns nur kleine Kinder sehen, die an uns glauben.“ Alina lächelte triumphierend und Sofia schaute den Schmetterling erschrocken an. „Du kannst ja reden, wie ist das möglich?“ „Kleine Kinder können uns sehen und verstehen, ältere Kinder sehen uns schon nicht mehr, sie können uns aber verstehen, da sie noch einen Teil ihres Glaubens bewahrt haben. Erwachsene haben diese Fähigkeiten meistens schon verloren.“ „Das ist ja spannend“, sagte Alina, „kannst du uns mehr von deinem Volk erzählen?“ „Ja“, lachte der Feenfalter, „ich will euch die Geschichten unseres Volkes gerne erzählen.“ Nach zwei Stunden schaute Sofia erschrocken auf die Uhr: „Oh, wir müssen gehen, unsere Eltern machen sich bestimmt schon Sorgen!“ Seit diesem Abend gingen die Zwei regelmäßig zum Weißen Turm und besuchten die Feenfalter.


Einen Monat später las Alinas Vater beim Frühstück aus der Zeitung vor: „...so entschied die Stadtverwaltung Bad Homburg, den Weißen Turm abzureißen und an der Stelle moderne Eigentumswohnungen zu bauen.“ Als Alina das hörte, erschrak sie zutiefst und erzählte ihren Eltern von den Feenfaltern, die im Turm leben. Gleich nach dem Frühstück rief sie auch Sofia an.


Sie trafen sich gleich am Nachmittag und besprachen, was sie tun könnten. Sofia meinte, dass der Turm doch unter Denkmalschutz steht. „Das stimmt“, sagte Alinas Vater, „aber ich glaube, das reicht nicht aus, um die Stadt zu überzeugen, das werden sie dort ja schon geprüft haben.“

„Und was ist mit den Feenfaltern“, fragte Alina, „sie können doch nicht einfach umziehen?“ „Kannst Du diese Schmetterlinge für mich zeichnen? Dann versuche ich etwas über sie herauszufinden“, sagte Alinas Mutter. „Das ist eine Idee, ich helfe Dir dabei!“, sagte Sofia.

Tatsächlich waren die Feenfalter eine neue unbekannte Schmetterlingsart. In der nächsten Woche gingen die Eltern von Alina zum Bürgermeister und baten ihn, den Wohnort der Feenfalter nicht zu zerstören. Er versprach, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um zu verhindern, dass der Weiße Turm abgerissen wird. Und so kam es, dass der Weiße Turm der Stadt Bad Homburg bis heute erhalten geblieben ist! Die Geschichte der Feenfalter wurde allerdings vergessen.

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