von Justus Oppen


Kalle lag in seinem Bett und konnte nicht einschlafen. In seinem Kopf kreisten die Gedanken. Wilde Monster wurden wach und bedrohten ihn. Er lenkte sich ab, stand auf und schaute aus dem Fenster seines Zimmers. Er rieb sich verschlafen die Augen. Hatte er eine kleine weiße Gestalt am Weißen Turm stehen sehen? Er schaute genauer: Doch! Da war etwas! In Sekundenschnelle war Kalle hellwach und rannte aus seinem Zimmer. Die Treppen hinab, aus der Wohnungstür und in Richtung dieser merkwürdigen Gestalt, die er gerade am Weißen Turm gesehen hatte. Doch als er ankam, war sie verschwunden! Sie musste doch irgendwo sein oder konnte sie sich teleportieren? Auf einmal sagte eine Stimme: „Schau nach oben, Kalle!“ Er gehorchte und sah dort oben die Gestalt. Sie flog und setzte sich dann auf einen Fenstersims. Kalle rannte so schnell wie noch nie! Er stieß die Tür des Weißen Turms auf und sah dahinter mehrere von diesen Gestalten. Es sah so aus, als ob sie eine Versammlung abhielten! Als die kleinen Gestalten Kalle sahen, knieten sie vor ihm nieder und strahlten. Sie sahen sein verständnisloses Gesicht, und der Anführer rief: „Wir sind Elfen, und wir führen einen Krieg gegen die Skelette. Mit dir als Menschenkind sind wir überlegen. Du sollst nun unser Anführer sein!“ „Wieso bin ich jetzt euer Anführer?“, fragte Kalle. „Wir können dir bei Vollmond magische Fähigkeiten geben, sie reichen aber nur für einen Monat. Du wirst den Skeletten alle magischen Fähigkeiten nehmen und wirst sie für immer verbannen“, riefen die Elfen im Chor, „deshalb bist du unser Anführer!“ Insgeheim wollten die Elfen Kalle nur missbrauchen, sie wollten die ganze Macht von Kalle und ihn dann töten. Sie hatten auch keinen Krieg mit den Skeletten. Sie hassten die Skelette jedoch! Das wusste Kalle aber nicht und deshalb folgte er den Elfen, um die Skelette zu besiegen. Die Skelette wohnten unten im Keller. Es war ein großer Fehler, die Kellertür zu öffnen! Auf einmal kamen hunderte von vergifteten Pfeilen, die 27 Elfen töteten! Doch es kam noch schlimmer, überall waren Spinnen, die giftig und sehr böse auf die Elfen waren! Sie töteten 10 564 Elfen. Die wenigen Elfen, die überlebt hatten, schrien: „Angriff!“ und rannten auf die Skelette zu. Bis auf Kalle und den Anführer der Elfen. Die Skelette sahen so aus, als ob sie gar nicht kämpfen wollten! „Was wollt ihr denn hier? “, fragten sie freundlich. Die Elfen antworteten nicht, sondern schnitten mit ihren vergifteten Schwertern die Fußknochen der Skelette durch! Die Skelette wurden böse und verwandelten sich in riesige Lavamonster! Der Elfenanführer rief: „Jetzt Kalle!“ und Kalle sagte: „Die Kraft der Skelette soll in mich fließen!“ Der Elfenanführer rief: „Rückzug, wir ziehen uns zurück!“ Als die Elfen und Kalle wieder oben waren, fesselten die Elfen Kalle und der Elfenanführer sagte: „Wir werden mächtiger als alle anderen und werden dich jetzt töten!“ Kalle begann zu schreien. Eine Hand berührte ihn. Eine Stimme sagte sanft: „Aufwachen Kalle. Guten Morgen!“

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von Joris Bäumler



Es war einmal, vor langer Zeit, ein bitterarmes Ehepaar in einem ärmlichen Dorf in der Nähe von Bad Homburg. Dieses hatte eine Tochter, die auf den Namen Aleidis hörte. Eines Tages konnte sich Aleidis nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren. Sie dachte die ganze Zeit an die Geschichte, die ihre Mutter erzählt hatte über einen Weißen Turm, der in Bad Homburg stand. Es hieß, dass man von den Weihnachtselfen belohnt werde, wenn man zum Turm gehe und Weihnachten sei. Aleidis hoffte, so ihren armen Eltern helfen zu können. Bald war schon Weihnachten. Da packte Aleidis heimlich ihre Wandersachen und machte sich des Nachts auf den Weg ins ferne Bad Homburg. Nach zwei Tagen und Nächten erreichte sie bei dichtem Schneetreiben die Stadt. In der Nähe der russischen Kirche baute sie sich ein Lager und schlief bis zur Dämmerung des nächsten Tages, dann eilte sie zum Weißen Turm und blickte gen Himmel. Da, ein einziger Stern leuchtete! Das war der Weihnachtsstern. Im dämmernden Licht sah sie etwas glitzern und vor Aleidis flog eine Elfe. Sie landete vor ihr und sprach: „Aleidis, du hast ein reines Herz, du sollst deine Belohnung bekommen. Aber zuvor musst du drei Aufgaben meistern. Die erste Aufgabe: Bring mir die Elfen-Wurzel, die hier in der Gegend wächst. Zweitens: Hole mir das Weihnachtskraut. Drittens: Bringe mir das Wasser der Weihnacht. Wenn du diese drei Gegenstände hast und sie mir bringst, dann sollst du den Schatz haben.“ Mit diesen Worten verschwand die Elfe im Wald. Aleidis machte sich auf die Suche nach der Elfen-Wurzel. Stundenlang irrte sie im Schlosspark umher und entdeckte schließlich unter der großen Libanon-Zeder die Elfen-Wurzel. Aleidis wollte sie gerade pflücken, da sprach der Baum: „Junges Fräulein, bevor du die Wurzel bekommst, befreie mich von der Last des Schnees. Ich erkälte mich sonst noch!“ Also kletterte Aleidis auf die Äste und fegte den Schnee herunter. Der Baum bedankte sich und sagte: „Nimm dir eine meiner Wurzeln.“ Aleidis buddelte nun eine Wurzel des Baumes aus, verabschiedete sich höflich und verstaute die Wurzel in ihrer Manteltasche. Nun machte das Mädchen sich auf die Suche nach dem Weihnachtskraut, das auf dem Herzberg wachsen sollte. Aleidis wanderte zur Bergspitze, wo tatsächlich das Kraut in seiner vollen Pracht wuchs. Sie wollte eins pflücken, doch als sie sich vorbeugte und ihre Hand nach einem Stück Kraut griff, wich das Kraut aus und Aleidis fiel kopfüber in den Tiefschnee. Als sie sich wieder aufgerappelt hatte, wagte sie einen zweiten Versuch und diesmal schaffte sie es. Sie packte das Kraut, riss eine Handvoll aus und machte sich auf den Rückweg. Als sie wieder am Weißen Turm ankam, bemerkte sie, dass der Schneesturm aufgehört hatte. Glücklich verstaute Aleidis das Weihnachtskraut in einer kleinen Box. Nun fehlte ihr nur noch das Wasser der Weihnacht. Sie überlegte sich, ob das Wasser der Weihnacht vielleicht aus einer der Quellen im Park kam. Einzig das Wasser des Louisenbrunnens war nicht gefroren. Das musste das Wasser der Weihnacht sein! Aleidis befüllte ihre Feldflasche mit dem magischen Wasser und wanderte zum Weißen Turm zurück. Wenig später dämmerte es und die Elfe kam wieder aus dem Wald. Das Mädchen gab ihr die Wurzel, das Kraut und das Wasser. Die Elfe sagte: „Sehr gut hast du das gemacht, Aleidis. Nun sollst du deine Belohnung bekommen.“ Sie zog einen großen Schlüssel aus ihrem Gewand und öffnete eine geheime Tür am Turm. Dahinter stand eine prallgefüllte Schatztruhe voller Gold. Aleidis umarmte die Elfe und bedankte sich. Dann verabschiedete sich die Elfe und flog zurück in den Hardtwald. Aleidis nahm die Truhe auf den Rücken und machte sich auf den Weg nach Hause. Als sie nach zwei Tagen wieder zu Hause ankam, wurde sie von ihren besorgten Eltern freudestrahlend empfangen. Aleidis verkündete: „Ich habe etwas für euch.“ Nun zog sie die Truhe ins kleine Haus. Ihre Eltern nahmen das Gold. So lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende.

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von Jonna Paal


Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, ein Weihnachtswichtel namens Frodolf, welcher ein Helfer des Weihnachtsmannes war. Er lebte mit vielen anderen Wichteln, Lebkuchenmännchen und dem Weihnachtsmann in dem Weihnachtsdorf. Frodolf, einer der Hauptwichtel, hatte gerade Feierabend und ging in seine Hütte. Ihm fiel das Poster über seinem Bett auf. Er hatte es von seinem Vater bekommen. Es zeigt einen großen, weißen Turm. „Bald werde ich vor genau diesem prachtvollen Turm stehen“, jubelte er in sich hinein, denn an Heiligabend würde er mit dem Weihnachtsmann und anderen Wichteln die Geschenke verteilen und da würden sie auch an Bad Homburg vorbeikommen, die Stadt mit dem Weißen Turm.

Schon war es soweit. Frodolf saß neben dem Weihnachtsmann auf dem Schlitten. Sie ritten durch die Luft und unter ihnen waren schon die ersten Städte zu sehen. Endlich kamen sie in Bad Homburg an! Der Weihnachtsmann verteilte die Geschenke an die Wichtel und dann zogen diese los. Frodolf verteilte rasch die Geschenke und machte sich dann auf den Weg zum Turm.

Sein Vater hatte nicht zu viel versprochen! Der Turm war höher als jeder Turm, den er je zuvor gesehen hatte. Und er war genauso schön, ja, wenn nicht sogar schöner als der Sternenhimmel!

Nach einer Weile machte sich Frodolf wieder auf den Rückweg. Doch als er am Treffpunkt ankam, waren weder Schlitten noch Wichtel noch der Weihnachtsmann in Sicht. Oh je! Frodolf wusste, dass er jetzt ein Jahr warten musste, bis wieder Heiligabend war, denn nur dann konnte er abgeholt werden.

Also spazierte er wieder zum Weißen Turm. Die Tür zum Turm war nicht abgeschlossen, sodass man einfach eintreten konnte. Frodolf lugte durch den winzigen Türspalt. Nichts! Es war vollkommen dunkel. Er ging Schritt für Schritt hinein. Als Frodolf sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte, sah er die Umrisse einer Treppe. Sie führte ganz nach oben. Nun machte sie einen Bogen, und plötzlich fand Frodolf sich in einem Raum wieder. Hinter ihm fiel die Tür ins Schloss und jemand machte Licht an. Auf einer Stange in der Ecke des Raumes saßen 13 pechschwarze Raben. Vor ihn trat jetzt eine alte, krumme, mit Warzen überdeckte Hexe. Er hatte sie gar nicht kommen hören. „Du wagst es, in mein Turmzimmerchen einzudringen?!“, schrie sie, überlegte einen Augenblick und sagte dann: ,,Wenn du drei Fragen, die ich dir stelle, richtig beantwortest, sage ich dir, wie du sofort wieder in dein Häuschen zurückkehren kannst. Wenn nicht, dann eben nicht. Und du wirst als Strafe so wie diese 13 Raben enden“, krächzte sie. „Ja, ich muss es wohl tun“, stammelte Frodolf. „Also gut“, grummelte die Hexe, „fangen wir an: Was ist klein, wunderschön und weiß aber überlebt den Sonnenschein nicht?“ „Das ist einfach“, erwiderte Frodolf, „die Schneeflocke!“ „Gut, machen wir geschwind mit dem zweiten Rätsel weiter: Was hat Blätter, ist aber keine Pflanze?“, fragte die Hexe. „Mmmhhh“, überlegte Frodolf, „ein Buch.“ „Das war auch nicht schwer! Letzte Frage: Was wächst in der Natur, hat keine Blätter und wird von den Menschen zu bestimmten Tagen ins Haus gestellt?“, flötete sie. „Tulpen!“, rief Frodolf. „Faaaalsch“, erwiderte die Hexe. „Adventskranz!“, rief Frodolf verzweifelt. „Wieder falsch“, lachte sie jetzt. „Noch ein Versuch…“ „Äääähhh…“, überlegt er fieberhaft, „Tannenbaum!“ „Neeiiiinnnnn, du hast es geschafft. Hier!“ Sie überreichte Frodolf ein Papier und auf einmal standen auch 13 Wichtel vor ihm. „Du hast mich erledigt.“ Plötzlich hüllte sich eine violette Wolke um die Hexe und als sie sich auflöste, war nur noch ein kleiner Aschehaufen auf dem Boden zu sehen. Frodolf faltete das Papier auf: „Vor dir stehen 13 deiner Artgenossen. Klettert zum nächsten Vollmond um Mitternacht auf das Turmdach.“ Einer der Wichtel rief aufgeregt: „Vollmond ist noch diese Nacht! Schnell, beeilen wir uns, sonst ist es zu spät!“ Hastig kletterten sie alle auf das Turmdach und warteten gespannt bis Mitternacht. Dann ging alles sehr schnell. Ein heller Blitz und plötzlich waren sie wieder im Weihnachtsdorf am Nordpol. Vor Frodolf stand der Weihnachtsmann: “Du hast dich zwar nicht daran gehalten wieder zurückzukommen, aber dafür, dass du 13 deiner Art befreit hast, bekommst du eine ganz besondere Ehre. Wenn ich zu alt bin, um meinen Job auszuüben, wirst du mein Nachfolger und das wird schon nächstes Jahr sein.“ Frodolf und alle anderen waren sprachlos. Am Abend gab es ein großes Fest.

Und wenn Weihnachtsmann Frodolf noch nicht gestorben ist, bringt er noch heute Groß und Klein an Heiligabend fein verpackte Geschenke ins Haus.

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