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  • Weihnachtsstadt Bad Homburg

Hoffnungssterne für Bad Homburg: Bad Homburger Märchen

von Antonia Zickler, Kaiserin-Friedrich-Gymnasium, Klasse 8e


Es war einmal, nicht vor allzu langer Zeit, ein Mädchen Namens Layla. Sie war groß für ihr Alter von 16 Jahren, 1,80m um genau zu sein. Layla war eine hübsche, schüchterne Schülerin der Bad Homburger Schule. Ihre Beste Freundin Annika und sie hatten, wie es bei besten Freunden nun einmal oft der Fall ist, einen deutlichen Größenunterschied, sie war nämlich nur 1,60m groß. Anni redete sehr gern mit Jungs, während Layla sich oft, so gut es ging, hinter ihr versteckte. Es gab keinen Jungen in ihrem Alter, der größer als sie war und dazu auch noch sympathisch. Langsam näherte sich der Winter, die Schlittschuhbahn im Kurpark wurde endlich geöffnet und am 3. Dezember schneite es zum ersten Mal. Layla ging mit Annika abends auf den Weihnachtsmarkt. Es sah zauberhaft aus, eine dünne, weiße Schneeschicht bedeckte den Boden, die Bäume und die Dächer der bunten, kleinen Stände. Überall leuchteten Lichterketten in der Dämmerung und es duftete nach Zimt und Bienenwachs. Es gab Schmuckstände, Filzstände, Stände mit Weihnachtsdekoration und besonders wichtig, auch Crêpe Stände. Die Eisenbahn fuhr mit lauter glücklichen kleinen Kindern um den Weißen Turm herum und tutete alle paar Minuten. Die beiden Freundinnen gingen erst einmal zum Essensstand und holten sich einen Nutella-Banane-Crêpe. Genau das richtige für die Eiseskälte an diesem Tag. Annika entdeckte Freunde aus der Parallelklasse und winkte ihnen zu. „Layla, wollen wir uns nicht zu unseren Schulkameraden setzen?“ „Ich kenn die doch gar nicht richtig.“, gab Layla abwehrend zurück. „Ach komm, dann lernst du sie jetzt kennen.“ „Meinetwegen“, murrte Layla nur als Antwort. Die einzige, zu der Layla wirklich offen sein konnte, war immer noch ihre beste Freundin, vor anderen brachte sie kaum ein Wort raus. Sie setzten sich zu der kleinen Gruppe dazu. Sie bestand aus fünf fröhlichen Mädchen und Jungen, die sich gegenseitig lustige Weihnachtsgeschichten erzählten. Layla setze sich neben ihre Freundin gegenüber von einem ziemlich hübschen Jungen. Er begrüßte sie freundlich. Sein Name war Mateo. Er war total hübsch, hatte schwarze wellige Haare, eisblaue Augen, die dennoch etwas freundliches an sich hatten, und trug eine schwarze Jacke. Sie unterhielten sich Stunden, bis sich einer nach dem anderen vom Tisch verabschiedete, auch als Annika irgendwann ging bemerkte es Layla kaum. Sie war so in das Gespräch vertieft, sie lachte und hatte zum ersten Mal das Gefühl, bei einer anderen Person außer Anni, sie selbst zu sein. Sie sprachen über alle Themen die einen nur interessieren konnten, die Unendlichkeit, das schwarze Loch und zeigten dem jeweils anderen Sternzeichen am Nachthimmel. Sie hätten stundenlang so weiterreden können, aber schließlich musste Mateo nach Hause gehen. Er stand auf und verabschiedete sich mit einem letzten Lächeln in ihre Richtung. Layla blieb noch einen Augenblick dort sitzen und schaute verträumt in den Sternenhimmel. So jemand charmantes ist ihr noch nie begegnet.


Auf dem nach Hause Weg dachte sie noch lange über ihre Begegnung nach und hoffte, dass Mateo sie auch so mochte wie sie ihn. Am darauffolgenden Tag schwärmte Layla den ganzen Schulweg über Annika von ihrem gestrigen Abend vor. Annika erkannte ihre wie verzauberte Freundin gar nicht wieder und war fast ein bisschen neidisch auf deren Schwarm, dennoch gönnte sie das Erlebnis ihrer Freundin natürlich, da sie gestern dabei war und mitbekommen hatte wie blind sich Mateo und Layla verstanden haben. Am Vormittag mussten die beiden Biologie, Mathe und Chemie überstehen, und Layla ist den ganzen Tag über kein einziges Mal Mateo begegnet, der ja auch auf die Bad Homburger Schule ging. Auch die nächsten Tage sah sie Mateo kaum, höchstens tauchte er kurz auf und verschwand auch schon direkt wieder. Das verschlechterte ihre Stimmung um einiges und die Eisball Plakate, die in der ganzen Schule verteilt waren, machten es auch nicht besser. Am Nachmittag ging Layla lustlos zum Volleyball und auch in den nächsten Tagen konnte selbst ihre beste Freundin Annika sie kaum aufheitern. Nachdem sie die nächste endlos lange Schulstunde hinter sich gebracht hatten, schlossen die Mädchen ihre Bücher in den Spind ein. Annika quatschte Layla voll, aber ihr Blick huschte die ganze Zeit an Layla vorbei. Irgendwann wurde es ihr dann zu blöd und sie drehte sich ruckartig um. Sie konnte kaum glauben, was sie hinter sich sah. Eine Gruppe von Annikas Freunden war im Halbkreis um sie versammelt. Nicht nur um sie, sondern auch um „Mateo!“ Layla strahlte als sie diese Worte aussprach und sah in das lächelnde Gesicht. Mateo hielt eine blutrote Rose in der Hand und hinter ihm hielt die Freundesgruppe ein großes Plakat hoch wo darauf stand: Willst du meine Ballprinzessin werden? Mateo sah sie fragend an „Na, was meinst du?“ „Ja klar! Natürlich will ich!“, rief Layla und Mateo trat noch ein Schritt näher zu ihr heran bis sich ihre Nasen fast berührten und er küsste Layla. Der schönste erste Kuss den sich Layla jemals erträumen hätte können. Die ganzen Schüler, die sich um sie beiden versammelt hatten, klatschten begeistert, was dem Ganzen das I-Tüpfelchen gab.

Am Abend vor dem Ball machten sich die beiden Mädchen zusammen bei Annika zu Hause fertig. Annika, die im Schminken weitaus besser war als Layla, half ihr. Als sie endlich fertig waren, eilten sie schnell aus dem Haus, um sich von ihren beiden Dates abholen zu lassen. Annika wurde früher als Layla abgeholt, weswegen Layla noch kurz im verschneiten Vorgarten alleine blieb. Schließlich fuhr ein mattschwarzer Mini vor und Mateo stieg aus. Als er Layla erblickte, blieb er vor Staunen stehen. Sie hatte ein wunderschönes eisblaues, langes Kleid an, durch Strasssteine verziert, silberne Highheels an den Füßen, hochgesteckte Haare und ein zierliches Diadem auf dem Kopf. Die schönste Eisprinzessin, die er jemals in seinem Leben gesehen hat.

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