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Das Denkmalwunder – eine Sternstunde für Ben

von Daniel Haupt



Es war einmal ein schöner Samstagmorgen vor vielen Jahren, als Bens Großmutter in sein Zimmer kam und sagte: „Guten Morgen Ben. Zeit fürs Frühstück.“ Ben setzte sich in seinem Bett auf und rief: „Ich komme gleich!“ Er zog sich an und ging hinunter in die Küche, wo seine Großmutter ihn erwartete. Ben war über die Sommerferien zu ihr nach Bad Homburg gekommen. Normalerweise lebte er in Rostock. Es war die erste Ferienwoche und Ben freute sich schon auf den Tag. Heute konnte er sich nämlich Sachen in der Stadt kaufen und sich mit seinem alten Freund Peter treffen. Früher lebte Ben auch in Bad Homburg, doch vor einem Jahr sind seine Eltern mit ihm nach Rostock gezogen. Jetzt setzte sich der 10-Jährige erstmal an den Holztisch und starrte gebannt auf die Zeitung. Dort stand: „Unruhe in Bad Homburg: Geld von Passanten entwendet.“ Ben las sich den ganzen Artikel durch und fragte dann seine Großmutter: „Wusstest du das?“ „Was?“, fragte sie. „Ja, dass die Passanten bestohlen werden.“, antwortete Ben. „Ja, das gibt es hier schon seit einem Monat. Der Dieb hat es besonders auf Kinder abgesehen.“, sagte Bens Großmutter.

Nach dem Frühstück ging Ben in die Stadt. Auf dem Weg hatte Ben das Gefühl, als würde er fliegen, weil er so gute Laune hatte. Da wurde er plötzlich von hinten angerempelt. Ben fiel hin und sah einen Mann. Dieser entschuldigte sich und ging weiter. Als Ben sein Geld aufheben wollte, war es weg. Er sah den Mann, wie er sich das Geld in die Tasche steckte. Ben rannte ihm hinterher. Der Dieb ging in Richtung des Bad Homburger Schlosses. Ben war schon froh darüber, den Mann nicht verloren zu haben. Aber er wunderte sich, da dort eigentlich keiner wohnte. Der Mann schlug ein paarmal gegen die Tür vom Weißen Turm. Dann öffnete sie sich wie von Zauberhand. Er ging hinein und lehnte die Tür hinter sich an. Ben drückte die Tür auf und schloss sie dann hinter sich. Er folgte dem Mann die Treppe hinauf bis nach oben. Dort angekommen, zog der Mann sein gestohlenes Geld aus der Tasche. Ben blieb unbemerkt, indem er sich unter dem Treppenabsatz versteckte. Er war ganz erstaunt über die Berge von Geld, als plötzlich sein Magen knurrte. Ben hatte Hunger. Doch jetzt war keine Zeit, denn er musste verschwinden. Der Dieb fragte: „Wer ist da?“ Ben antwortete nicht, sondern sprang auf und rannte die Treppe im Turm hinunter. Der Dieb folgte ihm. Allerdings war Ben nicht so schnell und der Dieb kam immer näher. Unten angekommen wollte Ben die Tür öffnen, doch sie war geschlossen. Ben schrie: „Geh doch auf!“, und sie öffnete sich. Ben war verwundert, lief aber einfach weiter. Er rannte auf der Louisenstraße in Richtung Kurpark, dabei merkte er, dass jetzt nur noch ein Wunder helfen konnte. Er kannte sich noch immer gut in Bad Homburg aus, wusste aber nicht, ob das etwas bringen würde. Im Kurpark lief er so schnell er konnte zum Hölderlin-Denkmal und versteckte sich dahinter. Ben dachte, der Dieb wüsste nicht, wo er ist, doch der rief: „Ich weiß, dass du hinter dem Denkmal bist!“ Nun bekam Ben Panik, deshalb presste er sich mit aller Kraft gegen das Denkmal, weil auf der anderen Seite der Dieb stand. Er rief aus voller Kehle: „Hilfe!“Als hätte Hölderlin das gehört, gab das Denkmal plötzlich nach und fiel auf den Dieb. Der verlor das Bewusstsein. Der Dieb wurde verhaftet und die Beute sichergestellt. Als Ben sich am nächsten Tag an den Frühstückstisch setzte und die Zeitung aufschlug, sah er einen Artikel mit der Überschrift: „Hölderlin-Denkmal fasst den Gelddieb“. In dem Artikel ging es um Bens legendäre Verfolgungsjagd durch Bad Homburg. Dort hieß es auch, dass er ohne Hölderlin niemals den Dieb gefangen hätte. Ben bekam für die Ergreifung 10.000,-€. Für ihn war es das fantastische Ferienwunder. So lebte er fortan glücklich bis an sein Lebensende

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